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Die Nigeria-Connection

Von Achim Lang

Vom E-Mail-Betrug zum Drogenhandel

Seit den 1980er Jahren werden sie verschickt: Betrugsbriefe von nigerianischen Absendern, anfangs als Fax, heute als E-Mails. Mit abenteuerlichen, erfundenen Geschichten bitten angebliche, in Flüchtlingslagern einsitzende Millionenerben, verfolgte politische Oppositionelle oder andere bemitleidenswerte Zeitgenossen um Mithilfe beim Versuch, ein Millionenvermögen außer Landes zu schaffen.

Den europäischen Partnern werden traumhafte Provisionen von meist mehr als einer Million Dollar versprochen, doch sind Vorleistungen zu erbringen, da der Geldtransfer aufgrund der problematischen Lebensumstände des Hilfesuchenden nur auf verschlungenem Weg erfolgen kann. Die Opfer dieser betrügerischen Schreiben sehen ihr investiertes Geld freilich niemals wieder. Die Gewinnspanne liegt im Schnitt bei rund 4.000 Dollar pro erfolgreichem Betrug, doch sind auch Fälle bekanntgeworden, wo die Opfer ein Vielfaches dieser Summe verloren haben. Zwar müssen für einen Treffer zehntausend und mehr Adressen angeschrieben werden, doch finden sich immer noch genug dumme Europäer, denen die Gier den Verstand raubt und die noch nichts von den Machenschaften der Nigeria-Connection gehört haben.
Die Operationsbasis der Banden liegt oft in Europa; so wurden im Jahr 2003 in Amsterdam 52 Beteiligte festgenommen und E 50.000,– Bargeld beschlagnahmt – insgesamt hatte dieser Betrugsring, der nur einen Teil der Organisation darstellte, jedoch bereits mehrere Millionen Euros „erwirtschaftet“. Im Zuge der Erhebungen wurden auch Verbindungen zwischen den E-Mail-Betrügern und Drogenschmugglern von den Niederländischen Antillen aufgedeckt. Bis zu 25.000 Drogenkuriere fliegen jährlich nach Amsterdam ein und transportieren Kokain in verschluckten Kapseln. In dieses Geschäft sind neben kolumbianischen Drogenbaronen längst auch die Nigerianer eingestiegen. Das Startkapital wurde mit dem E-Mail-Betrug ergaunert.

Weltweit 80 % bei harten Drogen

Von diversen Anti-Rassismusgruppen wird behauptet, daß höchstens ein bis zwei Prozent der in Österreich lebenden Nigerianer in den Drogenhandel verwickelt seien und anderslautende Behauptungen bösartige Vorurteile wären. Doch die amtlichen Statistiken sprechen eine andere Sprache: In Österreich sitzen etwas mehr als 8.000 Menschen in Haft. Rund 40 Prozent von ihnen sind Ausländer. Von diesen wiederum stellen die Nigerianer mit 450 Häftlingen (Stand 1. Dezember 2004) die stärkste Gruppe. Fast alle sitzen wegen Drogenhandels. Insgesamt werden Jahr für Jahr mehr als 1.000 Nigerianer wegen Drogendelikten verfolgt; als diesbezüglich „amtsbekannt“ gelten fast 1.500: Das sind rund 30 % der geschätzten 5.000 legal und illegal in Österreich lebenden Nigerianer.
Und das ist kein österreichisches Spezifikum: Recherchiert man einschlägige Pressemeldungen, so erfährt man, daß selbst in afrikanischen Staaten wie in Namibia und der Republik Südafrika Nigerianer den Drogenhandel kontrollieren, daß kürzlich sogar in Saudi-Arabien ein Nigerianer wegen Drogenhandels enthauptet und ein anderer aus der Mongolei (!) ausgewiesen worden ist. Es ist also ganz offensichtlich nicht die blanke Not, die nigerianische „Flüchtlinge“ und „Asylwerber“ in Österreich zum Drogenhandel geradezu zwingt, man muß im Gegenteil von einer weltweit operierenden nigerianischen Drogenmafia sprechen. Nach einer jüngst in den USA erschienenen „Encyclopedia of International Organized Crime“ (New York, 2005) wird der Drogenschmuggel aus Südostasien nach den USA bereits fast aus
schließlich von Nigerianern abgewickelt. Und der Direktor des österreichischen Bundeskriminalamtes, Herwig Haidinger, erklärte schon im letzten Jahr, daß Nigerianer weltweit 80 % des Handels mit harten Drogen wie Heroin kontrollierten (in Worten: achtzig Prozent!). Diese Zahl ist nicht bloß eine Schätzung des österreichischen Bundeskriminalamtes oder der Europol, sondern Ergebnis mehrerer internationaler Studien und Konferenzen, die im südlichen Afrika stattgefunden haben.
Auch im österreichischen Suchtgiftbericht des Jahres 2003 liegen die Nigerianer mit 1.079 Anzeigen unter allen Ausländern unangefochten auf Platz 1. Die zweitplatzierten Dealer aus Serbien-Montenegro konnten nicht einmal halb so viele Anzeigen auf sich verbuchen. Für den Suchtgiftbericht 2004 fehlt – seltsamerweise – die entsprechende Statistik.

Denken in rassischen Kategorien

Trotz dieser erschreckenden Fakten ist klar festzuhalten, daß natürlich nicht alle Nigerianer Drogenhändler sind, ja es ist bei der stark tribalistischen Struktur dieses bevölkerungsreichsten Landes Afrikas (138 Millionen Einwohner) sehr wahrscheinlich, daß der Drogenhandel nur von bestimmten Stämmen ausgeübt wird. Einem vereinzelten Hinweis zufolge sollen insbesondere die Ibos, ein nominell christliches Volk von rund 10 Millionen Menschen, das schmutzige Geschäft betreiben. Ob diese Vermutungen zutreffen, wird erst dann verifizierbar sein, wenn die nicht im Drogenhandel tätigen Afrikaner zu einer umfassenden Kooperation mit den hiesigen Polizeistellen bereit sind. Obwohl dies auch in ihrem Interesse liegen und die unsinnige Gleichsetzung von Afrikanern mit Drogenhändlern konterkarieren würde, gibt es heute eine solche Kooperation noch nicht einmal ansatzweise. Wie anders wäre es sonst so häufig möglich gewesen, daß gerade Flüchtlingsquartiere zu Operationszentren von Drogenbanden wurden. Die verbreitete afrikanische (auch: afro-amerikanische) Einstellung, daß alle Schwarzen Brüder seien und gegen die Weißen, die sie bis heute unterdrücken und ausbeuten würden, zusammenhalten müßten, verhindert dies wohl. Im Gegensatz zu den Illusionen vieler linker Gutmenschen denken gerade Afrikaner weit stärker in rassischen Kategorien, als das die meisten Europäer heutzutage noch tun.

 

 

 
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