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Die anthropologische und genetische Stellung des deutschen Sprachgebietes in Europa

Das deutsche Volksgesicht: Nordfriesland

Von Andreas Vonderach

Völker haben nicht nur eine sprachliche, kulturelle und politische, sondern auch eine biologische Identität. Sie beruht auf dem Wissen um die Verwandtschaft im Volk. Die erscheinungsbildlichen Unterschiede der Menschen werden mehr oder weniger bewußt wahrgenommen. Bestimmte Formen empfindet man als charakteristisch für die eigene Population, daneben eine mehr oder minder große Variationsbreite als nicht mehr unbedingt charakteristisch, aber auch noch nicht fremd. Die Überschneidungen sind dabei zwischen den europäischen Völkern groß. Andere in der eigenen Bevölkerung nicht vorkommende Merkmalskombinationen werden als fremdartig empfunden. In einem unbewußt ablaufenden Prozeß bilden sich so ethnische Selbst- und Fremdstereotypen heraus.

Neben diesem natürlichen Prozeß wirken in unserer Zeit auch noch Reste popularisierten Bildungswissens in das ethnisch-biologische Selbst- und Fremdbild herein. Man denke beispielsweise an den teilweise immer noch spürbaren Einfluß der Bücher Hans F. K. Günthers. Das ist die subjektive Identität.
In diesem Aufsatz soll jedoch die objektive biologische Identität der Deutschen und der Österreicher behandelt werden. Kurz gesagt geht es darum, was die wirklichen biologischen Eigenschaften der Deutschen und Österreicher sind, was sie von anderen Völkern unterscheidet und welche historischen Vorgänge für ihre anthropologischen Eigenschaften bestimmend waren.
Völker haben nicht nur eine politische und kulturelle, sondern auch eine biologische Geschichte. Sie spiegelt sich in der geographischen Verteilung anthropologischer und genetischer Merkmale wider. Das heutige Kartenbild Europas ist das Ergebnis der verschiedenen ethnogenetischen und bevölkerungsgeschichtlichen Prozesse der Vergangenheit, die zur Situation der Gegenwart geführt haben. Nicht nur kleine räumliche Einheiten, auch große Völker sind auf ihre Weise populationsgenetische „Isolate“. Sie zeichnen sich durch einen hohen Grad an Endogamie aus. Das heißt, die Menschen heiraten vor allem innerhalb ihres eigenen Volkes. Sprachgrenzen und politische Grenzen waren in der Vergangenheit und sind auch noch heute wichtige Heiratsgrenzen. Das erklärt – neben der Tatsache, daß die Grenzen auch oft Völker unterschiedlicher ethnischer Herkunft voneinander trennen –, daß die meisten Sprach- und Völkergrenzen in Europa auch genetische Grenzen sind. Natürlich sind sie keine absoluten Grenzen, denn in der Regel gibt es die untersuchten Merkmale hüben wie drüben, aber sie sind doch merkliche Schwellen in der Häufigkeit bestimmter Merkmale und Merkmalskombinationen.

Ahnenverlust

Die Folge der Endogamie ist ein Phänomen, das Ahnenverlust oder auch Implex genannt wird. Jeder von uns hat zwei Eltern, vier Großeltern, acht Urgroßeltern, sechzehn Ururgroßeltern – und so fort. In der 10. Ahnengeneration, also in der Zeit um 1700, sind es bereits 1.024 Ahnen, und in der 20. Generation um 1400 beträgt die Zahl der theoretischen Ahnen sogar schon mehr als 1 Million. Geht man noch weiter in die Geschichte zurück, in das frühe Mittelalter, die Antike oder gar in die Vorgeschichte, kommt man auf ganz phantastische Zahlen von vielen Milliarden Urahnen. Daß aber um 1400 nicht eine Million mal mehr Menschen auf der Erde lebten als heute, zeigt, daß wir alle sehr viele gemeinsame Vorfahren haben. Die meisten unserer Ahnen sind dies gleich vielfach, über verschiedene genealogische Linien zugleich. So kommt im Jahr 1500 jeder Vorfahr durchschnittlich etwa viermal unter den Ahnen einer heute lebenden Person vor, im Jahr 1300 bereits etwa 50mal und im Jahr 1000 schon mehrere tausendmal. Daraus ergibt sich, daß zum Beispiel alle Deutschen fast sämtliche vor dem Jahr 1200 lebenden Ahnen gemeinsam haben.
Einige Historiker und Ethnologen sehen die gemeinsame Abstammung eines Volkes als nicht real an, als ein nachträgliches kulturelles Konstrukt zur Stabilisierung der ethnischen Identität, und betonen die oft heterogenen Ursprünge von Ethnien. Die Auffassung von Völkern als genealogische Abstammungsgemeinschaften steht jedoch nicht im Widerspruch zu der Tatsache, daß viele Völker unterschiedliche anthropologische Elemente in sich aufgenommen haben. Die genealogische Einheit wird ja durch die Endogamie innerhalb des Volkes kontinuierlich hergestellt. Wer zum Beispiel heute in Deutschland einen hugenottischen Namen trägt, hat unter seinen Vorfahren nur eine kleine Minderheit von französischen Ahnen, ist also auch biologisch ein Deutscher und kein Franzose. Das heißt natürlich nicht, daß auch in Zukunft immer alle Einwanderer assimiliert werden können. Offensichtlich gibt es quantitative und qualitative Grenzen, von denen an eine Integration nicht mehr gelingt.
Die Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der großen europäischen Völker währten nicht lange genug, um die alten geographischen Unterschiede zwischen den europäischen Subtypen (Nordide, Mediterrane usw.) einzuebnen. Ein Norddeutscher mag einem Dänen oder Norweger in seinem Erscheinungsbild ähnlicher sein als einem Süddeutschen. Die genealogische Verwandtschaft, auf der diese Ähnlichkeit beruht, liegt jedoch in aller Regel mehrere Jahrtausende zurück. Die Fortpflanzungskontakte in historischer Zeit fanden dagegen innerhalb des deutschen Verkehrsraumes statt, wobei sie indirekt, durch Gendrift, auch über den begrenzten Heiratsradius der engeren Region hinaus reichten. Dadurch bewirkten sie eine Homogenisierung, die zum Beispiel dann zum Ausdruck kommt, wenn sich bei statistischen Analysen Ähnlichkeitsbeziehungen über die geographischen Subtypen hinweg nach ethnischen Gesichtspunkten gruppieren oder wenn Sprach- und Völkergrenzen auch Grenzen in der Häufigkeit von morphologischen und genetischen Merkmalen sind.

Das deutsche Volksgesicht – Schwarzwald

Grundlagen der anthropologischen Forschung

Den Anfang der anthropologischen Erforschung Deutschlands machte um 1875 die von Rudolf Virchow (1821–1902) in die Wege geleitete Untersuchung der Schulkinder in Deutschland. Im ganzen Deutschen Reich wurden die Farben der Haare, der Augen und der Haut von über 6,7 Millionen Kindern festgestellt und die Ergebnisse in gründlichen Karten präsentiert. Schon bei dieser Untersuchung stand die Frage nach der Herkunft der Deutschen, nach dem anthropologischen Erbe der Germanen, Kelten und Slawen, im Mittelpunkt des Interesses. Da man die Untersuchung anschließend nach dem gleichen Muster auch in Österreich, der Schweiz und Belgien durchführte, umfaßte sie schließlich sogar mehr als 10 Millionen Schulkinder. Die Untersuchung der Schulkinder und die Beschränkung auf die Farbmerkmale waren ein Notbehelf, weil sich die ursprünglich geplante Erhebung an Soldaten, bei der auch Kopf- und Körpermaße genommen werden sollten, nicht verwirklichen ließ. In der Folge gelang es trotz mehrerer Anläufe nicht, eine landesweite Untersuchung Deutschlands für mehrere Merkmale durchzuführen. Auch die Untersuchung von  30.000 Rekruten in Baden in den 1890er Jahren durch Otto Ammon machte keine Schule. Statt dessen wurde in Deutschland ab den 1920er Jahren eine große Zahl von lokalen Untersuchungen, sogenannten Dorfuntersuchungen, durchgeführt, deren Aussagekraft für die geographischen Differenzierungen aber wegen ihrer geringen Repräsentativität gering blieb. Erst in den 30er Jahren ging man dazu über, flächenhafte Untersuchungen ganzer Regionen durchzuführen, und zwar zuerst in Schlesien und abermals in Baden, dann nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Westfalen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Bei den Landesuntersuchungen in Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden in den 50er und 60er Jahren auch in großem Maßstab serologische (Blutgruppen) und dermatoglyphische Merkmale (Fingerabdrücke) erhoben. In den letzten Jahren konnte ich außerdem anhand der Daten der Vertriebenen aus der Westfalen-Untersuchung eine flächenhafte Untersuchung für den ehemaligen Osten Deutschlands nachholen. Unsere Kenntnisse der anthropologischen Struktur Österreichs beruhen vor allem auf den Rekrutenuntersuchungen, die Augustin Weisbach (1837–1914) um 1900 in den meisten österreichischen Ländern durchführte, zwei Landesuntersuchungen des Burgenlandes und Kärntens sowie einigen Dorfuntersuchungen.
Seit den 60er Jahren spielen in der Anthropologie zunehmend die serologischen Merkmale (Blutgruppen) und seit den 90er Jahren auch DNS-Polymorphismen eine Rolle. Sie haben die morphologischen Merkmale als Gegenstand der Forschung fast völlig abgelöst. Da die genetischen Daten aber in der Regel auf Blutproben der aktuellen Wohnbevölkerung von Großstädten ohne Berücksichtigung der individuellen Herkunft beruhen, ist ihr Beitrag zur Erforschung regionaler Differenzierungen innerhalb Deutschlands oder Österreichs nur gering.

Das deutsche Volksgesicht - Bregenzerwald
Bozener Land

Physiognomische Merkmale  der Deutschen

Betrachtet man die Merkmalskarten Europas, so schließt sich der Norden, insbesondere der Nordwesten Deutschlands, an das hellpigmentierte, großwüchsige und schmal-langköpfige Gebiet in Nordeuropa an. Aber auch darüber hinaus stellt das deutsche Sprachgebiet eine Ausbuchtung hellerer Pigmentierung nach Süden dar. Überall an der Sprachgrenze, stärker jedoch im Westen und Süden als im Osten, zeigt sich auf der deutschen Seite die hellere Pigmentierung. Innerhalb des deutschen Sprachgebietes nimmt die helle Pigmentierung nach Süden hin ab. In einem mittleren Streifen, von Franken über Sachsen nach Schlesien (vor 1945), ist die Körpergröße etwas geringer, und die Proportionen von Kopf, Gesicht und Körper sind etwas breitwüchsiger als im Norden. Im Süden, im Alpenvorland, der Schweiz und Österreich, sind die Gesichts- und Körperproportionen wieder schmaler, und die Körperhöhe ist wieder größer. Hier kommen auch schon südeuropäische physiognomische Merkmale, wie große Nasen, weit vorn liegende Augen, volle Lippen oder kräftige Augenbrauen, häufiger vor. Im Osten Deutschlands nehmen osteuropäische physiognomische Merkmale, wie betonte Wangenbeine, schräge Lidspalten und konkaves Nasenprofil, zu. Im ganzen sind die Deutschen breitwüchsiger als ihre westlichen Nachbarn England und Frankreich, die mit den Spaniern zu den leptosomsten und schmalgesichtigsten Europäern gehören, und schmalförmiger als ihre östlichen Nachbarvölker, die Polen, Tschechen, Ungarn und andere Osteuropäer. Sie sind dabei helläugiger und hellhaariger als ihre westlichen und südlichen Nachbarn – die Süddeutschen entsprechen in ihrer Pigmentierung etwa der Normandie und selbst die Deutschschweizer sind noch blonder als die Wallonen – und zugleich zwar nicht helläugiger, aber doch hellhaariger als ihre östlichen Nachbarn. In einigen Regionen im Westen Deutschlands, in Südniedersachsen, Südwestfalen, Nordhessen, Westerwald und Eifel, die kaum weniger hellpigmentiert, hochwüchsig und langköpfig als der Norden sind, sind die Gesichter eher mittelbreit bis breit. Hier sind nach dem physiognomischen Gesamteindruck cromagnide Typen mit kantigem Gesicht und tief liegenden Augen häufig, eine Merkmalskombination, die in Deutschland als fälisch bezeichnet wird.
Österreich erscheint auf den Merkmalskarten als eine Ausbuchtung verhältnismäßig heller Pigmentierung, Langköpfigkeit und Schmalgesichtigkeit nach Osten. Die Körperhöhe ist auch gegenüber Süddeutschland ungewöhnlich groß, die Körpergestalt überwiegend leptosom. Hier überschneidet sich der nördliche Einfluß mit dem des Hochwuchsgebietes im westlichen Südosteuropa. Die Jugoslawen übertreffen die Österreicher sogar noch an Körperhöhe. Auch bei den serologischen Merkmalen zeigt sich der Charakter Österreichs als ein Vorsprung verhältnismäßig westlicher Merkmale nach Osten. Die für Osteuropa typische Blutgruppe B ist bei den Österreichern seltener als bei den Tschechen, Ungarn und Slowenen. In Südtirol erweist sich die deutsch-italienische Sprachgrenze als eine ausgeprägte Merkmalsgrenze bei zahlreichen anthropologischen und genetischen Merkmalen.

Das Vorkommen seitlich ansteigender ­Lidspalten in Deutschland

Typologie

In der älteren Anthropologie spielten bekanntlich Typen eine große Rolle. Vor der Einführung multivariater statistischer Methoden waren sie die einzige Möglichkeit der gleichzeitigen Analyse mehrerer Merkmale. Als der Höhepunkt eines wissenschaftlich reflektierten Typenkonzepts kann das Lebenswerk Egon von Eickstedts (1892–1965) gelten. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat mit den statistischen Methoden und den genetischen Merkmalen das Populationskonzept an die Stelle der Typologie. Hinzu kommt, daß Typenvorstellungen durch die Geschichte der Anthropologie als belastet gelten. Insbesondere seitdem in den 70er und 80er Jahren durch mehrere Veröffentlichungen das ganze Ausmaß der Verstrickung von Anthropologen in die Verbrechen der Nationalsozialisten bekannt wurde, etablierte sich eine immer radikalere Anthropologie-Kritik. Die Identifikation mit den Opfern ließ viele Kritiker gleich auch alle Begriffe und Methoden, die von der Anthropologie (auch) in der NS-Zeit gebraucht worden waren, als rassistisch verwerfen. Die starke Gegenwärtigkeit der Verbrechen des Nationalsozialismus in unserer Gesellschaft hat zur Folge, daß mit vielen Themen und Begriffen der Anthropologie in der Öffentlichkeit in erster Linie der NS-Rassismus assoziiert wird. Dem steht eine nur geringe Kenntnis um die wissenschaftliche Bedeutung anthropologischer Begriffe gegenüber.
Heute erscheinen Typen als überholt und als Ausdruck vorwissenschaftlichen Denkens in Stereotypen. Rhetorische Kritik an Typologie ist zu einem geläufigen Topos in anthropologischen Publikationen geworden und gilt als Möglichkeit, die Akzeptanz der eigenen Forschung in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Öffentlichkeit zu erhöhen. Dieser Konsens ist so stark etabliert, daß über die wirklichen erkenntnistheoretischen Grundlagen von Typen kaum reflektiert wird.
Typenvorstellungen sind keine „willkürlichen Konstrukte“, sondern durch Abstraktion aus der Merkmalsverteilung von realen Populationen gewonnen worden. Sie beruhen auf den geographischen und individuellen Korrelationen zwischen den Merkmalen. Es handelt sich bei Typen nicht um homogene und klar abgrenzbare Einheiten, sondern um regionaltypische, überzufällig oft vorkommende Häufungen bestimmter Merkmalskombinationen. Statistisch gesehen sind Typen Cluster in einem multivariaten Merkmalskontinuum. So hat auch Egon von Eickstedt Typologie verstanden. Schon die Tatsache, daß jeder Mensch gleichzeitig in mehreren „Typenkreisen“ steht und mehr oder weniger ausgeprägt auch an einem Familien-, Geschlechts-, Regional-, Konstitutions-, Sozial- und Berufstypus teilhat, zeigt, daß er nur selten einen bestimmten Typus in Idealform repräsentiert. Typen beruhen auf den realen Merkmalsverteilungen von Populationen und müssen sich auch an diesen überprüfen lassen. Faßt man Typen in diesem Sinn empirisch auf, stehen sie auch nicht im Widerspruch zum Populationskonzept. Der Typusbegriff schließt Variation und Dynamik nicht aus, sondern hat sie zur Voraussetzung.
So wird z. B. die unterschiedliche typologische Zusammensetzung der westdeutschen und der ostdeutschen Bevölkerung (vor 1945) aus ihren unterschiedlichen Merkmalskorrelationen deutlich. Bei ostdeutschen Vertriebenen aus Westfalen besteht die höchste morphologische Merkmalskorrelation zwischen den beiden charakteristischen osteuropiden Merkmalen betonte Wangenbeine und schräge Lidspalten (r= 0.44), während dagegen bei den einheimischen Westfalen die Korrelation zwischen diesen Merkmalen nur 0.07 beträgt und nicht signifikant von Null unterschieden ist. Statt dessen gibt es bei den einheimischen Westfalen eine Fülle von Korrelationen zwischen den physiognomischen Merkmalen, die teilweise den Korrelationen bei den Ostdeutschen direkt entgegengesetzt sind und die dem Bild des fälischen Typus entsprechen. Die unterschiedlichen Korrelationen zeigen, daß neben gemeinsamen Bevölkerungselementen bei den Ostdeutschen der osteuropide und bei den Westfalen der fälische Typus an der Zusammensetzung der Bevölkerung beteiligt sind.

Das deutsche Volksgesicht: Sylt
Schlesien
Hessen

Nordisch-fälisch-alpin-dinarisch-osteuropäisch

Alles in allem überwiegt in Norddeutschland der nordide (nordische) Typus mit regional unterschiedlichen Anteilen des ebenfalls hellpigmentierten fälischen Typus. In Mittel- und Süddeutschland treten der dunkler pigmentiertere, rundköpfig-niedriggesichtige alpine Typus und der ebenfalls dunkler pigmentierte, hoch-schmalwüchsige, kurz-hochköpfige dinaride Typus, der durch eine charakteristische Physiognomie mit konvexer Nase bestimmt ist, hinzu. Letzterer ist vor allem in der Alpenregion häufig, oft auch mit hellen Augen. Im Osten kommt der hellpigmentierte osteuropide Typus hinzu, der mit nur mäßiger Kurzköpfigkeit vor allem physiognomische Merkmale, wie die schon erwähnten betonten Wangenbeine und schrägen Lidspalten, verbindet. An erster Stelle stand der osteuropide Typus nach den Daten der westfälischen Vertriebenen aber nur im äußersten Osten des deutschen Sprachgebietes, in den Kreisen Lauenburg und Bütow in Pommern, im östlichen Oberschlesien, im litauischen Nordosten Ostpreußens und im ostpreußischen Samland (alte Prussen!). Der Anthropologe Friedrich Keiter hat 1936 anhand von Lichtbildern von anthropologisch untersuchten lokalen Bevölkerungen aus verschiedenen Teilen Deutschlands Typendiagnosen gestellt.  (Siehe Tabelle 1)
Die Tabelle Keiters beschreibt nur die Erscheinungstypen und darf nicht in jedem Fall genetisch interpretiert werden. So können die Prozentzahlen für mediterrane Typen in Norddeutschland oder für osteuropide in Westdeutschland auch auf zufälligen Merkmalskombinationen ohne genetische Beziehungen nach Süd- oder Osteuropa beruhen. Solche Merkmalskombinationen können bei der großen physiognomischen Vielfalt, die es selbst in typologisch einigermaßen homogenen Bevölkerungen gibt, immer vorkommen. Gut die Hälfte der Individuen läßt sich keinem der Typen zuordnen, was nicht überraschen kann –  handelt es sich bei den Typen doch nur um Merkmalshäufungen innerhalb einer genealogisch vernetzten Bevölkerung mit einer großen individuellen Variabilität der Merkmale. Das erklärt auch, warum selbst in Norddeutschland die dem nordischen Typenbild entsprechenden Individuen weniger als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Bemerkenswert ist immerhin, daß auch in Süddeutschland der nordische Typ noch häufiger ist als die anderen europäischen Typen.
Die verhältnismäßig helle Pigmentierung im deutschen Sprachgebiet und die von Norden nach Süden hin abnehmende Ausprägung nordider Merkmale lassen sich gut mit den Germanen und ihrer Expansion in der Völkerwanderungszeit erklären. Die dunklere Pigmentierung und andere abweichende Merkmalsbefunde im Süden des deutschen Sprachgebiets verweisen auf Reste der älteren keltisch-romanischen, rätischen und illyrischen Bevölkerung, die von den Germanen assimiliert wurde. Im Osten des deutschen Sprachgebietes gibt es in ähnlicher Weise Reste der slawischen Bevölkerung aus der Zeit vor der deutschen Ostsiedlung, die in örtlichen Häufungen von Merkmalen des osteuropiden Typus oder der Blutgruppe B zum Ausdruck kommen. Neueste Untersuchungen zeigen für die Lausitzer Sorben eine Haplotypen-Verteilung der Y-DNS, wie sie sonst nur in Polen vorkommt. Der cromagnide, fälische Typus läßt sich in Nordhessen sogar schon im Neolithikum nachweisen.
Eine Besonderheit der Alpenländer sind die Ossuarien (Beinhäuser), die in Österreich auch Karner genannt werden (nach lat. Cranium). Die Knappheit des für Friedhofszwecke geeigneten Bodens zwang dazu, die Bestatteten vielfach schon nach zehn Jahren zu exhumieren, um Platz für neue Gräber zu schaffen. Die in dem sandig-lehmigen Boden schnell skelettierten Überreste wurden gereinigt und in einer kleinen Kapelle oder einer Nische in der Kirche fein säuberlich aufeinander gestellt. Bis vor wenigen Generationen hatte fast jeder Ort in den Alpen ein Beinhaus, in dem man die Schädel der Vorfahren betrachten konnte. Meist sind die in den Beinhäusern verwahrten Skelettreste nur ein oder zwei Jahrhunderte alt, in einzelnen Orten reichen die Ossuarien aber auch bis ins Mittelalter zurück. Bereits um 1880 wurden Anthropologen auf die Beinhäuser aufmerksam. Franz Tappeiner (geb. 1846), Moritz Holl (1852–1920) und Carl Toldt (1840–1920) durchwanderten die Täler Tirols und Vorarlbergs und untersuchten die Schädel in den Ossuarien. Analog erforschte Emil Zuckerkandl (1849–1910) die Beinhäuser Oberösterreichs und der Steiermark.

Das deutsche Volksgesicht: Kärnten
Oberbayern
Oberinntal
Karte der dunklen Pigmentierung von Augen und Haaren (punktierte ­Linie Gebiet der Schulkinderuntersuchung)

Schädelform und Körpergröße wandeln sich

Nachdem sich in der Anthropologie gerade aufgrund der Schädel aus den völkerwanderungszeitlichen Reihengräberfeldern die Vorstellung von der Langköpfigkeit der germanischen Völker durchgesetzt hatte, traf man nun in den Beinhäusern auf so brachycephale (kurzköpfige) Schädel, wie man sie bisher noch von keiner europäischen Population her kannte. Die Schädel sind nicht nur kurz, sondern auch verhältnismäßig hoch und haben ein gerades, abgeflachtes Hinterhaupt. Die Gesichter sind dagegen überwiegend schmal und die Wangenknochen anliegend. Auch die gegenwärtigen Bewohner entsprachen überwiegend diesem Typus, dabei nach der Pigmentierung und Physiognomie durchaus „germanisch“ und nur selten fremdartig aussehend. Die Forscher glaubten zunächst, die ausgeprägte Brachycephalie der Alpenbewohner auf die alten Räter zurückführen zu können, die hier vor den germanischen Alemannen und Bajuwaren lebten. Allerdings wurde bald klar, daß die Räter nach den prähistorischen Skelettfunden zwar weniger langköpfig als die Germanen waren, aber nicht annäherungsweise die extreme Brachycephalie der rezenten Alpenbewohner erreichten. Schon 1887 vermutete daher Moritz Holl, daß die Schädelform „nicht etwas Abgeschlossenes“ sei, sondern daß die rezente Brachycephalie auf einen „Prozeß der Umformung“ beruhe, in dessen Verlauf die Länge des Schädels ab- und die Breite zugenommen habe.
Das Problem der „süddeutschen Brachycephalie“ ist seitdem von mehreren Anthropologen-Generationen diskutiert worden. Tatsächlich ist vom Mittelalter an in ganz Europa, vor allem aber in Mitteleuropa, ein Kürzer- und Breiterwerden der Schädel zu beobachten. Der Unterschied ist so deutlich, daß es häufig möglich ist, die Schädel allein anhand ihrer Form in die Zeit vor oder nach dem hochmittelalterlichen Brachycephalisationsschub zu datieren. Parallel dazu nahm seit dem Beginn des Mittelalters die Körperhöhe ab. Sie lag jetzt etwa 5 cm unter den frühmittelalterlichen Werten. Gegen Ende des Mittelalters betrug die mittlere Körperhöhe der Männer in Norddeutschland nur noch knapp 170 cm und in Süddeutschland zwischen 165 und 170 cm. Seit dem 19. Jahrhundert nimmt im Zuge der säkularen Akzeleration die Körperhöhe wieder zu, und die Köpfe werden wieder schmaler. Die heutigen Deutschen sind fast wieder so langköpfig wie die des frühen Mittelalters und übertreffen inzwischen an Körperhöhe ihre germanischen Vorfahren beträchtlich.
Zwar handelt es sich bei der Brachycephalisation um einen seit dem Mesolithikum erkennbaren phylogenetischen Trend; für einen evolutiven, das heißt durch Selektion vorangetriebenen, Prozeß ist der mittelalterliche Brachycephalisationschub aber viel zu schnell abgelaufen. So sind die Ursachen im Bereich der Umwelt und der Lebensweise zu suchen. Man kann vermuten, daß die mittelalterliche Brachycephalisation und Körperhöhenreduktion der modernen Akzeleration entgegengesetzte Ursachen hatten. Sie werden mit der konsequenten „Vergetreidung“ im Mittelalter und der durch sie bedingten einseitigen Ernährung (Mangel an tierischem Eiweiß, Vitaminen und Eisen) zusammenhängen, und vielleicht auch mit der Endogamie durch die Schollenanbindung in der Feudalgesellschaft. Es ist bekannt, daß endogame Populationen eine kleinere Körperhöhe aufweisen und kurzköpfiger sind als exogame (sogenannte „Inzucht-Depression“ im Gegensatz zum Heterosis-Effekt bei Exogamie). Die Zunahme der Körperhöhe in den letzten Generationen und die damit verbundene Debrachycephalisation erklären sich entsprechend aus den verbesserten Ernährungsbedingungen und dem sogenannten „Aufbrechen der Isolate“ seit dem 19. Jahrhundert.
Nach dieser Transformations-Hypothese, die sich heute weitgehend durchgesetzt hat, steht die ausgeprägte Kurzköpfigkeit der Alpenbewohner nicht im Widerspruch zu ihrer Abstammung von den in der Völkerwanderungszeit eingewanderten Alemannen und Bajuwaren. Ihr steht die Substitutionshypothese gegenüber, die auf die Wirkung eines vorgermanischen Bevölkerungssubstrates verweist. Tatsächlich kann man das Merkmalsbild der heutigen Bevölkerung im Süden des deutschen Sprachgebietes wohl nicht völlig ohne den Einfluß vorgermanischer Bevölkerungsreste erklären. Nicht nur die zahlreichen romanischen und rätischen Ortsnamen, auch die dunklere Pigmentierung der Menschen im Vergleich zu Norddeutschland und das Vorkommen südeuropider physiognomischer Merkmale sprechen dafür.

Die Stellung Deutschlands und Österreichs zu ihren Nachbarn
Eine Möglichkeit, die anthropologische Stellung eines Landes in Europa zu ermitteln, besteht darin, alle Daten aus diesem Land zusammenzufassen, zu „poolen“, wie es im Fachjargon heißt, und gemeinsam mit den gepoolten Daten der anderen Länder einer statistischen Abstandsanalyse zu unterziehen. In Tabelle 2 habe ich die Ähnlichkeitsabstände der europäischen Länder von Deutschland zusammengestellt. Sie stammen für die serologischen Merkmale von Cavalli-Sforza et al. (1996) und wurden für die morphologischen Merkmale und die mitochondriale und die Y-chromosonale DNS von mir anhand von Daten aus der Literatur mit dem Programm von Hiernaux berechnet (Schwidetzky u. Rösing 1984, Simoni et al. 2000, Rosser et al. 2000, für Einzelheiten siehe Vonderach 2008). Bei den morphologischen Merkmalen liegen ihnen acht Schädelmaße, hauptsächlich des Gesichts (um den Einfluß des Brachycephalisationsprozesses zu minimieren, habe ich die Schädellänge und -breite nicht berücksichtigt), von neuzeitlichen Schädelserien (nach 1500) und für die DNS die Frequenzen der verschiedenen Haplogruppen zugrunde. Die größte Aussagekraft wird dabei den serologischen Abständen von Cavalli-Sforza zukommen – nicht etwa weil die serologischen Merkmale Verwandtschaftsbeziehungen besser widerspiegeln, wegen ihrer Anfälligkeit für Gendrift ist eher das Gegenteil der Fall, sondern weil sie auf einer sehr viel größeren Datengrundlage beruhen. Ich beschränke mich hier auf die Kommentierung der Ergebnisse Cavalli-Sforzas, die durch die anderen Merkmale im wesentlichen bestätigt werden.
Deutschland hat demnach die mit Werten von 10 bis 19 niedrigsten Ähnlichkeitsabstände – also die meisten genetischen Übereinstimmungen – zu seinen unmittelbaren deutschsprachigen oder germanischen Nachbarländern Schweiz, Belgien, die Niederlande, Dänemark und Österreich (bei den morphologischen Merkmalen steht Österreich an erster Stelle). Ebenfalls noch sehr niedrig sind die Abstände zu den germanischen Ländern Norwegen und England (21–22). Bemerkenswert ist dabei, daß der Abstand zu Schottland und Irland, wo die vorgermanische Bevölkerungsschicht der britischen Inseln überwiegt, erheblich höher ist. Hervorzuheben ist weiterhin, daß der Abstand Deutschlands zu seinem westlichen Nachbarn Frankreich mit 27 deutlich niedriger ist als der zu seinen östlichen Nachbarn Polen (47) und der Tschechoslowakei (52). Der Abstand zur Tschechoslowakei – leider unterscheidet Cavalli-Sforza nicht zwischen Tschechien und der Slowakei – ist fast doppelt so hoch wie der zu Frankreich. Mit zunehmender geographischer Distanz werden die genetischen Abstände größer. Den größten genetischen Abstand zu Deutschland haben in Europa die Basken, Saami (Lappen) und Sarden.
Österreich weist die niedrigsten genetischen Abstände zur Schweiz (12), zu Belgien (16) und zu Deutschland (19) auf. Bemerkenswert ist der niedrige Abstand zu Dänemark (27). Erst an fünfter Stelle folgt die Tschechoslowakei mit einem Abstand von 36, gefolgt von den Niederlanden mit 38. Wie bei Deutschland ist auch für Österreich der Abstand zu Frankreich (38) verhältnismäßig niedrig. Der zu Ungarn beträgt 40, der zu Italien 43. Sehr groß ist der Abstand zu Jugoslawien (110).
Auf eine Formel gebracht, kann man sagen, daß die anthropologische Stellung des deutschen Sprachgebietes in Europa ein Kompromiß aus seiner Mittellage und einem zugleich überdurchschnittlich starken nördlichen Einfluß ist. Dieser ist im Norden stärker, aber auch im Süden des deutschen Sprachgebietes noch deutlich spürbar. Dabei stehen die Deutschen ihren westlichen Nachbarn näher als ihren östlichen. Österreich teilt im großen und ganzen die Position Deutschlands, nur daß der nördliche Einfluß etwas schwächer und der der Mittellage etwas größer ist.

Buchtip:

Was sagen Genetik, Archäologie und Sprachwissenschaft über den Ursprung und die Entwicklung der europäischen Völker? Erstmals faßt ein Buch den aktuellen Forschungsstand zusammen.
Mißbraucht von der Rassenlehre des Nationalsozialismus und der Ideologie des Sozialdarwinismus, galt die Anthropologie lange Zeit als diskreditiert. Doch die Fortschritte in der genetischen Forschung der letzten Jahre haben diese Wissenschaft rehabilitiert. Dennoch bleibt es ein weites und schwieriges Feld der Interpretation, die Ergebnisse der Genetik – etwa die Verbreitung bestimmter Gentypen – mit dem Wissensstand der Archäologie, der Geschichtsschreibung oder der Sprachwissenschaft in Einklang zu bringen.
Der Autor verfällt nicht in den Fehler, Kultur durch Biologie erklären zu wollen. Und doch liegt in der Erforschung der biologisch-genetischen Entwicklung und Vermischung der verschiedenen europäischen Völker eine eigene Faszination. Kombiniert mit archäologischem sprachwissenschaftlichem, kulturellem und historischem Wissen ergibt sich so ein ganz neuer Blick auf die Geschichte der europäischen Völker.
Im ersten Abschnitt behandelt das Buch die Entwicklung Europas von der Steinzeit bis zur Gegenwart aus Sicht der Anthropologie. Der zweite Teil widmet sich den heutigen europäischen Völkern selbst. Woher kommen sie, welche Prozesse haben sie geformt, von wem stammen sie ab, wie nah sind sie untereinander verwandt? Auch wenn die gemessenen Unterschiede nur graduell sind, ergibt sich in der Kombination mit der klassischen Geschichtswissenschaft doch ein neuer Blick auf die Vergangenheit und Gegenwart der europäischen Völker.

ISBN 978-3-902475-52-7
Andreas Vonderach
ANTHROPOLOGIE EUROPAS
Völker, Typen und Gene vom Neandertaler bis zur Gegenwart
448 Seiten, zahlreiche Skizzen, 15 x 23 cm, Hardcover
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Kranio-

metrie

Serologie

34 Syst./

Y-DNS

mtDNS



8 Maße

95 Allele

10 HGs

11 HGs








Portugal


51

20

54


Spanien

130

69

20

75


Basken

84

169

113

95


Sardinien

341

331

136

136


Italien


38

37

103


Frankreich

102

27

18

57


Großbritannien

40





Irland


84

33



Schottland


53

28



England


22

8

85


Wales




66


Cornwall



35

35


Skandinavien




16


Norwegen

36

21

15



Schweden

24

39

32



Saami (Lappen)


314


245


Dänemark

38

16

10



Niederlande

80

16

5



Belgien


15

12



Schweiz

72

10


18


Österreich

12

19


29


Polen

68

47

57



Tschechoslowakei


52




Tschechien



39



Slowakei



42



Ungarn

73

46

11



Rußland

53

60

61



Weißrußland



39



Ukraine



57



Estland



71



Lettland



63



Litauen



96



Finnland

66

77

133

142


Jugoslawien


118

46



Rumänien



35



Bulgarien



36



Griechenland


144

75



Literatur

Barbujani, Guido/Sokal, Robert R.: Zones of sharp genetic change in Europe are also linguistic boundaries. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA 87 (1990), S. 1816–1918
Behar, Doron M./Thomas, Mark G./Skorecki, Karl, et al.: Multiple origins of Ashkenazi Levites: Y Chromosome Evidence for both Near Eastern and European ancestries. In: American Journal of Human Genetics 73 (2003), S. 768–779 (In dieser Studie werden die sonst unveröffentlichten Daten einer Stichprobe Lausitzer Sorben mitgeteilt.)
Cavalli-Sforza, L. L./Menozzi, P./Piazza, A.: the History and Geography of Human Genes. Paperback Edition. Princeton University Press, Princeton NJ 1996
Eickstedt, Egon von: Rassenkunde und Rassengeschichte der Menschheit. Enke, Stuttgart 1934
Hiernaux, J.: Une nouvelle mesure de distance anthropologique entre populations, utilisant simultanément des fréquences génétiques, des pourcentages de traits descriptifs et des moyennes métriques. In: C. R. Acad. Sc. Paris 260 (1965), S. 1748–1750
Kayser, Manfred/Lao, Oscar/Anslinger, Katja, et al.: Significant genetic differentiation between Poland and Germany follows present-day political borders, as revealed by Y-chromosome analysis. In : Human Genetics 117 (2005), S. 428–443
Keiter, Friedrich: Menschenrassen in Vergangenheit und Gegenwart. Leipzig 1936
Rösing, Friedrich W.: Die Stellung des Brachycephalisationsproblems. In: Symposium Diachrone Trends in der historischen Anthropologie, Praha 31. 8. – 2. 9. 1989. Sbornik narodniko Muzea v Praze, Bd. CLVI B (1990), Nr. 3–4, S. 119–120
Rösing, Friedrich W./Winkler, Eike-Meinrad: Zur Paradigmengeschichte der Taxonomie: Von Bernier über Eickstedt zu Hiernaux. In: Homo 43 (1992), S. 29–42
Rosser, Zoe H./Zerjal, Tatiana/Hurles, Matthew E., et al.: Y-Chromosomal Diversity in Europe is clinal and influenced primary by Geography, rather than by Language. In: American Journal of Human Genetics 67 (2000), S. 1526–1543
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