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464.000 Tote

Besonders viele Menschen fallen den mexikanischen Drogenkartellen zum Opfer.

Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNDOC) hat angegeben, daß im Jahr 2017 464.000 Menschen einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen sind – gegenüber 89.000 Toten bei bewaffneten Konflikten im selben Jahr. Die organisierte Kriminalität war für 19 % dieser Morde verantwortlich. Das Risiko, umgebracht zu werden, ist in den letzten Jahrzehnten aber gesunken: Von 7,2 Opfern auf 100.000 Personen im Jahr 1992 auf 6,1 Opfer auf 100.000 Menschen im Jahr 2017.

Dabei weisen die amerikanischen Staaten (mit großen Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern) mit 17,2 Toten auf 100.000 Einwohner die höchste Mordrate auf, gefolgt von den afrikanischen Staaten mit 13 auf 100.000. Deutlich niedriger liegen Europa mit 3,0 Opfern und Asien mit 2,3 Toten auf 100.000 Einwohner.

81 % der Opfer und 90 % der Täter waren Männer. In den amerikanischen Staaten erreichte die Todesrate bei jungen Männern zwischen 15 und 29 Jahren den Spitzenwert von 46 auf 100.000 Einwohner!

50.000 Frauen wurden von ihren Partnern oder Familienangehörigen ermordet, darunter fallen ebenso Eifersuchtstaten wie die sogenannten Ehrenmorde. In Indien sind bis zu 50 % der Morde an Frauen „Mitgiftverbrechen“, wo also die Familie des Bräutigams die Mitgift der Braut als unzureichend bewertet. In etlichen Ländern Afrikas und Asiens werden zudem viele Frauen aufgrund von Hexereivorwürfen getötet.

Die in London ansässige Thomson-Reuters-Foundation hat zudem die gefährlichsten Länder für Frauen weltweit aufgelistet, wobei nicht nur Tötungsdelikte, sondern auch sexuelle Gewalt, Menschenhandel, Diskriminierung und Verweigerung des Zugangs zu verschiedenen Ressourcen wie Gesundheit, Bildung und Wirtschaft einbezogen wurden. Nach diesem Bericht galt 2018 Indien als das gefährlichste Land für Frauen, gefolgt von Afghanistan, Syrien, Somalia und Saudi-Arabien. Auf Platz sechs dieser Negativliste kommt Pakistan, gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo, Jemen, Nigeria und – den USA.

  • „National Zeitung“ 30/2019

 
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