Zur Vergrößerung auf das Umschlagbild klicken!

Neue Ordnung IV/2011

Landwirtschaft und Tierschutz Seite 2
Von Mag. W. Dvorak-Stocker

Das Vaterland ist nicht mehr da Seite 3, 8–9
Tirade eines Auslandsösterreichers
Von Martin Lichtmesz

Knapp & klar Seite 4–5

Vor dem letzten Akt? Seite 6–7
Dr. Hans-Dietrich Sander

Pannonicus Seite 9

Variatio Seite 10–11

Schönreden hilft nicht Seite 12–14
Burnout und seine unheimliche Verwandtschaft
Von Dr. Angelika Willig

Ungarn Seite 16–19
Unterwegs zu neuen Ufern
Von Johann F. Balvany

Kein Krieg wie im Westen Seite 21–27
Der Feldzug gegen die Sowjetunion
Von Achim Lang

Der anglo-irische „way of fascism“ Seite 28–32
Zwischen Kopie und Originalität
Von Benedikt Kaiser

Der wahre Glaube Seite 32–37
Antikatholische Vorurteile von Evangelikalen und Fundamentalisten
Von Volker Joseph Jordan M. A.

Hexenverfolgung Seite 38–45
Unbekannte Fakten zu einem brennenden Thema
Von Heinrich Dassel

Verschwundene Weihnacht 46–47
Von Konrad Windisch

Landwirtschaft und Tierschutz

 

Von Mag. Wolfgang Dvorak-Stocker

In den letzten 15 Jahren haben durchschnittlich 4.200 Landwirte pro Jahr ihren Hof aufgegeben, verkauft oder verpachtet. Die Zahl der Agrarbetriebe sank um 27 % von 239.100 auf 175.700. Damit ist einerseits ein Trend hin zu größeren Betrieben verbunden, so stieg die Fläche pro Betrieb um 30 % von durchschnittlich 31,8 ha im Schnitt auf 41,4 ha. Gleichzeitig ging jedoch die genutzte Agrarfläche um ganze 12 % oder 400.000 ha zurück – nicht nur durch Ausbreitung der besiedelten Zonen, sondern auch durch zunehmende Verwaldung.

Ohne entsprechende Förderung der Bauern wäre der Verlust an offener Kulturlandschaft, die auch einen touristisch attraktiven und für die Erholung der österreichischen Stadtbevölkerung wichtigen Raum bildet (Almen!), noch in viel stärkerem Maße vorangeschritten. Wenn über die Kosten für die Agrarsubventionen gestritten wird, bleibt aber in der Regel noch ein weiterer wichtiger Punkt für die Probleme der heimischen Landwirtschaft unbeachtet: daß nämlich die österreichischen Bauern Gesetze und Auflagen zu beachten haben, die nicht EU-weit gelten, hierzulande aber die Produktion verteuern und damit den ausländischen Konkurrenten einen erheblichen Vorteil verschaffen. Diese Gesetze sind teilweise aus dem Tierschutzgedanken motiviert und in ihrer grundsätzlichen Absicht positiv zu bewerten, wirken sich in der Folge aber nur nachteilig für unsere Bauern aus, ohne gleichzeitig den Tieren zu helfen. Der Unterschied zwischen Gesinnungsethik (strengere Bestimmungen zum Tierschutz sind prinzipiell gut und wichtig!) und Verantwortungsethik (welche konkreten Folgen werden die strengeren Bestimmungen haben?) wird an diesen Beispielen wieder einmal deutlich.

Käfighaltung von Legehennen

Seit Anfang 2009 sind Legehennen-Käfige sowie ausgestaltete Käfige in Österreich verboten. Damit war man der EU nur um drei Jahre voraus: Bereits mit Anfang 2012 sind konventionelle Käfige EU-weit verboten, während ausgestaltete Käfige weiterhin erlaubt bleiben. Hat das schnellere Umsetzen eines strengeren Tierschutzgesetzes im Endeffekt Tierleid verhindert? Nein. Denn die einzige Folge war, daß der Selbstversorgungsgrad an Eiern in Österreich in den letzten 20 Jahren auf 75 % gesunken ist. Frischeier stammen zwar meist von österreichischen Bauern, doch machen sie nur 34 % des Eierverbrauchs in Österreich aus. Über 50 % des Eierkonsums erfolgt über die Gastronomie oder in Form von verarbeiteter Ware wie Nudeln. Von der verarbeitenden Industrie werden aber bis zu 70 % der Eier importiert, in den letzten Jahren waren es vor allem Käfigeier aus Süd- und Osteuropa. Die strengere Bestimmung hat also nur zu einer Verlagerung der Produktion geführt, den Hühnern aber nicht geholfen.

Kastenstand für Schweine

Die österreichische Schweineproduktion blieb auch nach dem EU-Beitritt erfolgreich, in den letzten 15 Jahren lag der Selbstversorgungsgrad bei 98 %–107 %. Mit Anfang 2013 ist aber die Einzelhaltung trächtiger Sauen verboten, diese müssen in Gruppen gehalten werden. Nicht alle österreichischen Schweinebetriebe werden die diesbezüglich nötigen Investitionen aufbringen können, ein Rückgang des Sauenbestandes um bis zu 20 % ist möglich.

Genau in diese Phase großen finanziellen Aufwands fällt die Mißstandsfeststellung der Volksanwaltschaft, welche die Tierhaltungsverordnung aufgrund der erlaubten Einzelhaltung der Sau zur Besamung während des Deckungszeitraumes sowie des Ferkelschutzkorbes in der Abferkelbucht für gesetzwidrig hält. Ersterer erleichtert die Besamung, letzterer schränkt die Bewegungsmöglichkeiten der Sauen nach dem Wurf ein und verhindert – was sonst in vermehrtem Maße vorkommt – ein Erdrücken einzelner Ferkel durch das sich niederlegende Schwein. Ganz abgesehen davon, daß es im letzten Fall nicht nur ums Wohlbefinden der Sau, sondern auch der Ferkel gehen muß und daher Schutzmaßnahmen nötig sind, würde Österreich bei der Schweinehaltung viel strengere Bestimmungen einführen, als dies EU-weit üblich ist. Gerade beim Schweinefleisch ist der österreichische Verbraucher sehr preisbewußt, infolge einer neuen Gesetzeslage würde der Selbstversorgungsgrad mit Schweinefleisch in Richtung 60 % absinken. Die österreichischen Konsumenten würden Schweinefleisch aus genau jenen Haltungsformen importieren, die in Österreich verboten sind. Auch hier würde gelten: Für die Tiere nichts gewonnen, für die Bauern viel verloren, der Unterschied zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik eben. Aber wer denkt heute noch an so etwas?

Aktuelles [NO II/2011]

Der demografische Wandel: Informative und gut gestaltete Animation über die Bevölkerungsentwicklung bis 2058

Muslimische Mehrheit in Europa binnen 20 Jahren: Interview mit dem angesehenen ägyptischen Prediger Amr Khaled, der seine Glaubensbrüder in Europa vor „überzogenen Reaktionen“ (wie Terroranschlägen) auf „Provokationen“ (wie islamkritische Karikaturen) warnt, da dies nur jenen Kräften in die Hände spielen würde, die die Muslime aus Europa entfernen wollen. Diese sollten sich ruhig verhalten und als wertvolle Mitglieder der Gesellschaft bewähren, da nur mehr die nächsten 10 Jahre für ihre Stellung kritisch sein würden.

Der amerikanische Traum: Zweiteiliger Cartoon (aus den USA), der sich kritisch mit der Rolle der amerikanischen Notenbank Fed im besonderen und des Banksystems im allgemeinen auseinandersetzt. Sicher wird manches allzu sehr simplifiziert und die Kritik teilweise stark überspitzt, doch handelt es sich um einen exzellent gemachten Zeichentrick-Film, der einige wesentliche Grundinformationen vermittelt. Fast eine Million Mal wurde der Film bereits aufgerufen. Die Fassung mit deutschen Untertiteln hat eine libertäre Organisation ins Netz gestellt. Teil 1, Teil 2
Hintergrundinformationen zu den handelnden Personen finden sich auf der offiziellen Seite des Filmproduzenten

Eine Monarchie im 21. Jahrhundert: Die französischen Monarchisten streben eine „Démocratie Royale“ an. Informative Seite über ihre politischen Konzepte mit vielen Zitaten von Louis Alphonse de Bourbon (Ludwig XX.) über sein Selbstverständnis.

Absturz des Berliner Schulsystems: So chaotisch geht es an deutschen Schulen zu

Bitte unterstützen Sie die Initiative für ein gegliedertes und vielfältiges Schulsystem! www.bildungsplattform.or.at

Sehr interessantes Interview mit Gaddafis Sohn Saif

 
„Neue Ordnung“, ARES Verlag, A-8010 Graz, EMail: neue-ordnung@ares-verlag.com